...das ich nicht halten konnte!!

Dabei war ich mir so sicher!

Als ich ihn kennen lernte, da war er echt "gestört"!! Er war absolut hypernervös, pinkelte, wenn man ihn begrüsste, so nervös war er, man konnte ihn nicht von der Leine lassen, sonst war er auf nimmer wiedersehen weg, er zog ziemlich hart an der Leine und wenn man ihn irgendwo alleine lies, nahm er Teppiche auseinander, und kläfft ununterbrochen! (Ohrenschmerzen! Also ich!) Er war Bouba, wie ich ihn kennen lernte! Die Leute gaben ihm aus den obigen Gründen Beruhigungstabletten für... Achtung festhalten... Menschen, welche Parkinson haben!!! Ich begriff das einfach nicht, und hab einfach mal begonnen, mit ihm zu clickern, mit ihm zu Joggen, das Balli zu werfen, und ihm zu zeigen, dass er mir das Balli auch wieder bringen kann und ich es ihm wieder geb! (Er hat halt gelernt, das man ihm den Ball wegnimmt!) Er war äußerst gelehrig undbegriff vieles in kürzester Zeit!

Nur war da eben noch was anderes! Zum Danke dafür, dass ich ihm meine wenige Freizeit widmete, schenkte er mir sein volles Vertrauen und wohl eben auch sein Hundeherz!! Er wartete die ganze Nacht vor meiner Schlafzimmertüre, er begrüsste mit der Zeit nur noch mich, wenn wir nach Hause kamen und er dackelte mir überall hinterher! Wenn ich an der Arbeit war, und die Wäsche versorgte, die Küche machte, er war immer ununterbrochen bei mir! Auch wenn ich nur kurz den Raum wechselte um mir ein Glas zu Trinken zu holen, er musste dabei sein!! In den Ferien, welche ich mir genommen hatte, durfte er dann mit mir nach Hause kommen, und das war wohl der schlimmste Fehler, welchen ich nur machen konnte! Meine gesamte Familie war ihm schlussendlich verfallen, und mein Vater sagte am letzten Mittagessen, bevor ich wieder gehen musste noch ganz wehmütig zu mir: "Also du kannst ihnen dann ruhig sagen, wenn sie ihn nicht mehr möchten, wir nehmen ich sehr gerne!" Trotzdem hat er in diesen Ferien sehr viele neue Dinge kennen gelernt, z.B. das man mit anderen Hunden frei rumrennen kann, und spielen, dass er mir auch vertrauen kann, das wenn ich ihm sagte "Platz" und "Bleib" das ich ihn immer wieder abhole!! Hierfür möchte ich mich bei Patrik Herter noch ganz herzlich bedanken, er hat uns wirklich sehr geholfen! Sogar ihn hat Bouba tatsächlich um den Finger gewickelt!!

Der grosse Schock kam dann wieder, als wir wieder unten waren! Ich hatte sterbensübles Heimweh und ich bekam dort so das erste mal den Gedanke, das ich Bouba wohl nie mein Eigen nennen werden kann!! Er war an diesem Tag wie ausgewechselt! Aus dem selbstsicheren fröhlichen Bouba wurde ein nervöser, unsicherer Hund, welcher mich nicht mehr hörte, welcher nur noch andauernd in die Leine lief, und der nicht mehr spielen wollte Ich begreifs bis heute nicht! Hatte er sich schon so an meine beiden Hundis und meine Familie und das gesamte Umfeld gewöhnt, dass er jetzt erst wieder auf sein altes (miserables) Leben umstellen musste?? Einige Tage später beruhigte er sich aber wieder, aber ich nicht! Irgendwann begann dann das ganze Theater und ich konnte nicht mehr essen, war dauernd müde, hätte die ganze Zeit nur noch heulen können! Und so kündigten mir die Leute bald! Ich glaubte erst noch daran, dass ich sie wieder einmal sehen werden, spätestens dann, wenn wir mein Gepäck wieder abholen würden! Tja, geschnitten!! Als mein Vater das Gepäck abholte, musste er durch den Hintereingang(!!!!) rein, sah nichts und niemanden außer dem Monsieur und ein paar Schuhe und musste gleich wieder gehen! Ich träumte danach etliche Male von dieser Familie, vor allem aber von den Jungs und von Bouba! Es brach mir das Herz, diese Drei nie mehr in die Arme schliessen zu können! Den Jungs konnte ich nicht mal richtig Lebewohl sagen, der Monsieur ist einfach gegangen am Morgen mit ihnen!!

Ganz sicher werde ich die drei, besonders Bouba und den 6 Jährigen .... nie vergessen können, und trotz allem hoffe ich, dass es ihnen irgend einmal wirklich gut geht, und das ich sie einmal wiedersehen kann!

Auch wenn diese Zeit nicht eine wirklich tolle war, ich möchte dieser Familie danke sagen! Ich habe so viel gelernt, ich hab die Menschen mal von einer anderen Seite gesehen, und ich lernte, was es heisst, jemanden den man wirklich fest lieb hat nie mehr wieder zu sehen! Ich lernte was arbeiten ist, ich lernte, was wirklich Angst ist, und ich lernte, Kinder zu lieben! Ich lernte, das Geld nicht glücklich macht, ich lernte, dass man vorsichtig mit dem Vertrauen sein sollte, und auch, dass man selbst mal was einstecken soll, wenn man damit jemandem einen Gefallen tut! Ich lernte, was Heimweh ist, was es bedeutet, sich ganz alleine auf der ganzen Welt zu sein und was es heisst, ausser einem Hund nur Jesus zu haben!

Danke!